Ausflugsziel Cinque Terre – Fünf Dörfer, ein Küstenmärchen

Cinque Terre: bunte Dörfer an der Steilküste, traumhafte Fotospots und Wanderwege. Erkunde Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso.

Cinque Terre in der Bucht von VernazzaCinque Terre in der Bucht von Vernazza

Die Cinque Terre – wörtlich übersetzt "fünf Länder" – verdanken ihren Namen den fünf eng beieinanderliegenden Küstendörfern Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso. Was sie verbindet, ist nicht nur ihre Lage an der ligurischen Steilküste, sondern eine gemeinsame Geschichte: Alle fünf Orte entstanden im Mittelalter als kleine Fischer- und Bauerndörfer, die sich an schwer zugänglichen Felsen festsetzten. Über Jahrhunderte waren sie fast ausschließlich über das Meer oder schmale Pfade erreichbar. Genau diese Abgeschiedenheit formte ihren Charakter – terrassenförmig angelegte Weinberge, enge Gassen, hoch aufragende, farbig gestrichene Häuser und kleine Naturhäfen. Die meisten Dörfer sind über 800 Jahre alt und haben ihr ursprüngliches Erscheinungsbild bis heute bewahrt. Heute sind die Cinque Terre ein UNESCO-Welterbe und stehen sinnbildlich für das Zusammenspiel von Mensch und Natur: Kulturlandschaft, Fischerei, Weinbau und sanfter Tourismus existieren hier auf engstem Raum.

Für die Erkundung der Cinque Terre wird klar die Anreise und Fortbewegung per Zug empfohlen, idealerweise ab La Spezia. Die Bahnlinie verbindet alle fünf Dörfer in kurzen Abständen, die Bahnhöfe liegen jeweils nahe am Ortskern und machen ein stressfreies Inselhopping an der Küste möglich. Mit dem Auto stößt man schnell an Grenzen: Parkplätze sind rar, teuer und oft weit oberhalb der Orte gelegen, was zusätzliche Fußwege und Zeitverlust bedeutet. Der Zug hingegen erlaubt es, mehrere Dörfer an einem Tag zu kombinieren, flexibel zu bleiben und die Cinque Terre so zu erleben, wie sie gedacht sind – entschleunigt, nachhaltig und ohne Parkplatzsuche.


Panorama von der Bucht von Riomaggiore zu den Cinque Terre mit buten Häusern an den Felsen direkt am Meer.Riomaggiore

Riomaggiore – Dramatischer Hafen und bunte Häuserschlucht

Riomaggiore wirkt wie ein farbiges Amphitheater, das sich durch ein enges Tal bis hinunter zum Meer zieht. Die hohen, schmalen Häuser stehen dicht an dicht, dazwischen winden sich Treppen und Gassen, bis sich plötzlich der Blick auf den kleinen Hafen öffnet. Besonders stimmungsvoll ist Riomaggiore am späten Nachmittag, wenn die Sonne die Fassaden warm färbt und das Wasser im Hafenbecken ruhig glitzert. Wer gerne fotografiert, findet hier sofort die typischen Cinque-Terre-Motive: Boote im Felsbecken, Pastellhäuser, Steilküste und Meerblick.

Plane für Riomaggiore etwa 1 bis 2 Stunden ein, mit Fotostopps und einem kurzen Spaziergang am Wasser. Mit dem Auto sind Parkplätze begrenzt und liegen meist oberhalb des Zentrums; je nach Stellplatz läufst du ungefähr 10 bis 25 Minuten bis zum Hafen. Mit dem Zug steigst du nah am Ort aus und bist in wenigen Minuten in den Gassen – genau deshalb ist die Bahn hier klar die entspanntere Option.


Panorama von Manarola zu den Cinque Terre mit buten Häusern an den Felsen direkt am Meer.Manarola

Manarola – Der ikonische Panorama-Blick der Cinque Terre

Manarola ist das Dorf, das man auf den berühmtesten Fotos der Cinque Terre sieht: ein kleiner Hafen, darüber eine perfekt geschichtete Kulisse aus bunten Häusern, umrahmt von Fels und Meer. Der Ort ist kompakt, lebendig und dennoch überraschend ruhig, sobald du ein paar Schritte aus dem Zentrum hinausgehst. Das Highlight ist der Blick von den Wegen oberhalb des Hafens – hier wirkt Manarola wie eine Filmkulisse und zeigt, warum viele Besucher genau diesen Ort als "das schönste Postkartenmotiv" beschreiben.

Für Manarola reichen 1 bis 2 Stunden, wenn du den Ort erkundest und die Aussichtspunkte mitnimmst. Parkplätze sind knapp und häufig nur oberhalb verfügbar, was schnell 10 bis 20 Minuten Fußweg bedeuten kann. Mit dem Zug kommst du stressfrei an, sparst Höhenmeter und kannst Manarola ideal als Zwischenstopp zwischen zwei Dörfern einbauen.


Panorama von Corniglia zu den Cinque Terre mit buten Häusern an den Felsen direkt am Meer.Corniglia

Corniglia – Das stille Dorf über dem Meer

Corniglia ist anders als die übrigen vier Orte: Es liegt hoch auf einem Felsrücken und nicht direkt am Wasser. Genau das macht den Reiz aus – Corniglia wirkt ruhiger, ursprünglicher und weniger "Hafen-trubelig". Zwischen kleinen Plätzen, Weinreben und engen Gassen spürt man hier mehr Dorfleben als Küsten-Hype. Die Aussichtsterrassen gehören zu den schönsten der Region: Von oben blickst du auf die Küstenlinie, die Schienen, die Weinberge und das weite Meer – ein perfekter Ort, um kurz durchzuatmen.

Für Corniglia sind 1 bis 1,5 Stunden ideal, inklusive Aussichtspunkten und einem kleinen Rundgang. Parken ist möglich, aber begrenzt; meist findest du Stellplätze am Rand und gehst dann 5 bis 15 Minuten ins Zentrum. Wer mit dem Zug ankommt, sollte bedenken, dass der Bahnhof unten liegt – von dort sind es viele Stufen hinauf; häufig ist ein Shuttle die angenehmere Alternative.


Panorama von Vernazza zu den Cinque Terre mit buten Häusern an den Felsen direkt am Meer.Vernazza

Vernazza – Hafenplatz, Aussicht und Cinque-Terre-Magie

Vernazza gilt für viele als das Herz der Cinque Terre: ein kleiner Naturhafen, ein Platz direkt am Wasser und darüber ein dichtes Netz aus bunten Häusern und Gassen. Der Ort fühlt sich sofort "italienisch" an – mit Gelato in der Hand, Wellenrauschen im Hintergrund und dem Blick auf Boote, die im Hafen schaukeln. Vernazza ist zudem ein perfekter Fotostopp, weil du innerhalb weniger Schritte komplett unterschiedliche Perspektiven bekommst: Hafen, Kirche, Gassen und oben die berühmte Aussicht auf das Dorf in seiner ganzen Form.

Für Vernazza solltest du 1,5 bis 2,5 Stunden einplanen, je nachdem ob du auch zu einem Aussichtspunkt hinaufgehst. Parkplätze sind hier besonders schwierig und liegen oft weiter weg oder hoch über dem Ort – dadurch kann der Fußweg schnell 15 bis 30 Minuten betragen. Mit dem Zug bist du deutlich schneller im Zentrum, und genau deshalb ist Vernazza eines der Dörfer, bei dem Auto-Fahren selten Spaß macht.


Panorama von Monterosso al Mare zu den Cinque Terre mit buten Häusern an den Felsen direkt am Meer.Monterosso al Mare

Monterosso al Mare – Strandgefühl und entspanntes Finale

Monterosso ist der größte Ort der Cinque Terre und fühlt sich am meisten nach klassischem Urlaub an: mit Strandabschnitten, Promenade, Cafés und einem Altstadtbereich, der trotz Größe noch charmant wirkt. Hier kannst du die Cinque Terre einmal "ohne Treppenstress" genießen, barfuß am Wasser entlanglaufen oder länger sitzen bleiben. Monterosso ist ideal, wenn du Strandzeit mit Cinque-Terre-Atmosphäre kombinieren willst – und bietet gleichzeitig schöne Fotomotive, besonders an den Enden der Bucht und auf den Wegen zwischen Alt- und Neustadt.

Für Monterosso passen 2 bis 4 Stunden, mit Baden auch deutlich länger. Im Vergleich zu den anderen Orten ist das Parken hier etwas leichter, dennoch können Stellplätze in der Saison voll sein; meist läufst du 5 bis 15 Minuten bis Strand und Zentrum. Mit dem Zug ist Monterosso ebenfalls sehr bequem erreichbar und eignet sich perfekt als Start oder Abschluss, weil du hier ohne Umwege direkt im Ort ankommst.


Nächste Etappe:
Genua

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